Jahrgang | Punkte | Wetterbedingungen und Besonderheiten |
1945 | 10 | Sehr zeitiges Frühjahr. Kaum Arbeitskräfte. Kaum Pflanzenschutzmittel. Sehr geringer Ertrag. Dennoch - eine ganz große Qualität. |
1946 | 8 | Störungsfreier Witterungsverlauf. Auch die Arbeit im Weinberg normalisiert sich wieder. Mittlere Ertragsmenge von sehr guter Qualität. |
1947 | 6 | Ein extremes Jahr. Sehr kalter Winter, außerordentlich regenarmer und heißer Sommer. Die Trockenheit verhindert eine große Weinqualität von kaum über dem Durchschnitt liegender Güte. |
1948 | 3 | Kühles, unschönes Sommerwetter. Von der Menge her ein recht guter Ertrag. Qualität jedoch unter dem Durchschnitt. Eher ein kleiner Jahrgang. |
1949 | 10 | Nahezu ideale Vegetationsbedingungen für die Rebe, mit ausgeprägter Edelfäule in den guten Lagen. Erntemenge unter dem Durchschnitt. Qualitativ ein großes Jahr. |
1950 | 4 | Ideale Holzausreife, bedingt durch den wunderschönen Herbst 1949, brachte einen sehr großen Fruchtansatz und damit mengenmäßig die bisher größte Ernte. Von der Güte her ein qualitativ kleines Jahr. |
1951 | 3 | Nach einem kühlen Sommer und zu feuchtem Herbst kann nur ein qualitativ kleiner Jahrgang eingebracht werden, allerdings von befriedigender Erntemenge. |
1952 | 6 | Ein guter rheinhessischer Durchschnittssommer, der auch im Herbst einen Durchschnittsjahrgang bescherte, sowohl von der Erntemenge als auch von der Qualität her befriedigend. Typisch für dieses Jahr: Sehr fruchtige Weine. |
1953 | 10 | Zum Teil verheerende Maifröste, dann zeitige Blüte und ideales Vegetationswetter, bis hinein in den Herbst. Ganz große Qualitäten, und doch noch ein befriedigender Ertrag in den von Frösten verschonten Lagen. |
1954 | 5 | Trotz eines verregneten Sommers noch eine fast durchschnittliche Qualität. Die Erntemenge war befriedigend. |
1955 | 3 | Ein eher schlechter Sommer bescherte uns im Herbst einen Wein von kleiner Güte und auch nur von unter dem Durchschnitt liegender Menge. Eine Folge der Maifröste. |
1956 | 1 | Nach anfänglich mildem Winter fielen im Februar die Temperaturen auf unter minus 25º Celsius im mittleren Rheinhessen. Der Rhein war zugefroren. Sehr ungünstiges Sommerwetter, eine sich sehr in die Länge ziehende Weinlese wegen des schlechten Herbstwetters. Ein sehr unreifer Jahrgang. |
1957 | 6 | Nach kaltem Winter ein sehr zeitiges Frühjahr, das durch Frosteinbrüche Anfang und Ende Mai unterbrochen wurde. Geringer Mengenertrag. Gute durchschnittliche Qualität. |
1958 | 4 | Spätes Frühjahr mit extrem langer Traubenblüte. Recht durchschnittliches Sommerwetter führte zu sehr hohem Ertrag, jedoch kleiner Weinqualität, aber dennoch recht frischen Weinen. |
1959 | 10 | Mildes Frühjahr mit fast sommerlichen Temperaturen. Bereits Ende März extrem frühzeitige Traubenblüte. Bei idealem Herbstwetter wurde ein überragender Jahrgang eingebracht, der jedoch in der Säure etwas zu gering und daher nicht ganz problemlos war. An den Geiztrieben wurden im Oktober blühende Trauben gefunden. |
1960 | 4 | Warmes, zeitiges Frühjahr mit recht früher Traubenblüte geht in einen kalten, regenreichen Juli und August über. Später Herbst mit einer bis dahin nicht gekannten Erntemenge, die Einlagerungs-probleme bringt. Kleine Qualitäten, die nicht ohne Probleme für den Kellermeister waren. |
1961 | 5 | Auf ein zeitiges Frühjahr folgt ein sehr kühler Mai mit verspäteter Traubenblüte und recht wechselvollem Sommerwetter. Durchschnittliche Erntemenge von durchschnittlicher Qualität. Recht pikante Weine. |
1962 | 7 | Auf ein eher kühles Frühjahr folgen nach verspäteter und lange andauernder Blüte sehr schöne Sommermonate, und bei herrlichem Herbstwetter können wir einen guten Jahrgang von fast durch-schnittlicher Erntemenge hereinbringen. |
1963 | 6 | Problemlose Vegetationsbedingungen im ersten Halbjahr. Dann machte ein kalter August alle Hoffnungen zunichte. Das Wetter verbesserte sich wieder im September. Es reichte jedoch nur zu einer guten Durchschnittsqualität. Von der Menge her ein absolut befriedigender Jahrgang. |
1964 | 9 | Ein gutes bis sehr gutes Weinjahr, sowohl in der Qualität als auch in der Menge. Zeitiges Frühjahr mit sehr früher Traubenblüte. Ruhiges Sommerwetter, fast zu regenarm. Sehr langer Herbst. |
1965 | 1 | Regenreiches Frühjahr. Der Rhein führt Mitte Juni Hochwasser. Späte Traubenblüte, wechselvolles August- und Septemberwetter. Sehr späte Traubenernte mit unfreiwilliger Eisweinlese Anfang November. Ein als unreif zu bezeichnender Jahrgang. |
1966 | 8 | Nach einem freundlichen, milden Frühjahrsbeginn haben wir eine rechtzeitige Traubenblüte mit nachfolgendem wechselvollem Sommerwetter und einem herrlichen September und Anfang Oktober. Ein qualitativ sehr gutes Weinjahr mit etwas unterdurchschnittlicher Erntemenge. |
1967 | 8 | Der 1967er Jahrgang ist als der typische "Botrytis-Jahrgang" in die Weingeschichte eingegangen. Nach ruhigem Frühjahrswetter folgte eine eher nach dem durchschnittlichen Blühzeitpunkt liegende Traubenblüte, ein wunderschöner Juli und ein regenreicher August. Der starke Botrytisbefall führte zu hohen und höchsten Qualitäten , kellerwirtschaftlich allerdings recht problematischen Weinen. Mengenmäßig befriedigender Ertrag. |
1968 | 2 | Ein recht regenreiches Jahr. Nach ruhigem Frühlingswetter und verspäteter Traubenblüte folgte ein verregneter August mit 192 Litern pro Quadratmeter. (langjähriges Mittel ist 67 l/qm Regen im August). Ein unreifer Jahrgang, der eigentlich nur von der Menge her eine gewisse Befriedigung aufkommen ließ. |
1969 | 7 | Spätes Frühjahr, dann sehr plötzlich hohe Temperaturen und wieder Maifröste. Recht späte Traubenblüte. Danach ideale Vegetationsbedingungen. Abwechselnd schöne Sonnentage und Regenfälle bis in den Herbst hinein. Eine über dem Durchschnitt liegende Qualität, die uns sehr viel Freude, auch mengenmäßig, machte. |
1970 | 5 | Mengenmäßig ein Rekordjahrgang von durchschnittlicher Güte. Regenreiches Frühjahr mit Hochwasser Mitte Mai. Eine etwas verspätete Blüte. Ruhiges, aber oftmals zu kühles Sommerwetter und Hagelschäden Anfang September. Der hohe Ertrag schmälert die Qualität. |
1971 | 10 | Ein bereits sommerlich warmer April forciert die Vegetation und führt zu einer extrem frühen Traubenblüte. Ein ideal ausgewogenes Sommerwetter läßt einen ganz großen Jahrgang heranreifen. Große Harmonie in Säure und Traubenzucker. - Das neue Weingesetz tritt in Kraft. Die Qualitätsweinprüfung wird eingeführt. |
1972 | 2 | Es wollte und wollte nicht Frühling werden. Noch Ende April gab es minus 5º Celsius. Sehr späte Blüte. Ungünstige Reifebedingungen. Ein kleiner, unreifer Jahrgang, der auch als Wein diese Unreife behielt. Mengenmäßig durchschnittlich. |
1973 | 6 | Der 1973er bringt dem deutschen Weinbau die bis dahin größte Erntemenge. Nach ruhigem Winter und Frühjahr blühen unsere Trauben durchschnittlich etwas spät. Die Traubenmenge ist sehr groß, die Qualität guter Durchschnitt. Die geringe Säure prägt den Charakter des Weines. Erstaunlich gute Eisweine. |
1974 | 5 | Sehr mildes Frühjahr und zeitiger Sommer. Frühe Blüte. Wechselvoller Juli und August führen zu einer durchschnittlichen Weinqualität bei einem eher geringen Mengenertrag. |
1975 | 8 | Auf einen sehr milden Januar und Februar folgt Ostern im Schnee. Die Trauben blühen verspätet. Wechselvoller Juli und August mit Regen und Sonnenschein gehen in einen ruhigen Herbst über. Gute bis sehr gute Qualität, zum Teil Botrytis, zum Teil der unangenehme Trichotheciumbefall in den Weinbergen. Ein gutes Weinjahr, allerdings nicht ohne Probleme im Keller. |
1976 | 10 | Unsere Trauben blühten früh, aber nicht so zeitig wie 1971 oder 1959. Der sich anschließende ideale Juli und August und der wunderschöne September haben diesen großen Jahrgang zu der idealen Harmonie gebracht. Von der Menge her außerordentlich reichhaltig. Ungewöhnlich große Mengen an Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen. Erstmalig, und bisher einmalig, wurden bei uns Trockenbeerenauslesen in Magnumflaschen gefüllt. |
1977 | 4 | Unfreundliches, naßkaltes Wetter bis Anfang April. Trotz dem recht schönem Juni außerordentlich späte Traubenblüte. Verregneter August und September machen alle Hoffnungen zunichte, und so war die Qualität gering, allerdings von recht beeindruckender Menge. |
1978 | 5 | Der recht lange Winter geht in ein regenreiches Frühjahr über. Ende Mai haben wir Hochwasser. Die Trauben blühen, ähnlich wie 1977, verspätet Ende Juni bis Mitte Juli. Der Regen bleibt uns erhalten, und so führt der Rhein Mitte August wieder Hochwasser. Die Qualität ist durchschnittlich, die Erntemenge unter dem Durchschnitt. Die Weine sind jedoch lebhaft und mit einer frischen Säure ausgestattet. |
1979 | 7 | Nach einem kalten Januar und Februar haben wir es Mitte März wieder mit Hochwasser zu tun. Die Trauben blühen durchschnittlich Mitte bis Ende Juni, und das ruhige Sommerwetter geht in einen sehr sonnenreichen September über. Befriedigende Menge, Qualität gut bis sehr gut, mit in der Reife und Säure ausgewogenen Mosten. |
1980 | 5 | Ein extremes Jahr. Anfänglich waren wir noch glücklich über den Mitte Januar geernteten Eiswein aus dem Jahr 1979, aber dann kam die langanhaltende Kälte, die uns Sorgen bereitete. Auf einen herrlichen Mai folgte dann ein sehr wechselvoller Juni und Juli, was zu einer extrem verlangsamten Blüte von Ende Juni bis Ende Juli führte. Sehr große Verrieselungsschäden. Geringe Erntemenge, durchschnittliche Qualität. |
1981 | 4 | Der kalte Winter blieb nicht ohne Schaden an den Reben. Zeitige Blüte, wechselvolles Sommerwetter. Qualitativ kleines Jahr mit durchschnittlicher Erntemenge. |
1982 | 3 | Ein Jahr mit einer absoluten Rekordmenge im Ertrag. Strenger Winter, verzögertes Frühjahr, dann doch sehr explosive Wärme und frühzeitige Blüte der Trauben. Ruhiges, warmes Sommerwetter ging in einen regnerischen Oktober über. Kleine Qualität, außerordentlich großer Mengenertrag. |
1983 | 8 | Nach einem relativ milden Winter folgte ein regenreiches Frühjahr mit Hochwasser Mitte April und Ende Mai. Normale Blütebedingungen. Sehr schöner Juli und August. Dann fast zu trocken für eine ideale Ausreife. Sehr gute Qualität und recht hohe Erträge. |
1984 | 2 | Das Frühjahr wurde als das kälteste seit 50 Jahren bezeichnet. Mitte Februar, ganz ungewöhnlich, Hochwasser im Rhein. Nur langsam kommt die Vegetation in Gang, und so ist es nicht erstaunlich, daß die Trauben erst Anfang bis Mitte Juli blühen. Die Reifeperiode ist zu kurz, um aus den Trauben etwas Vernünftiges zu machen. Bei später Lese ernten wir eher unreife Trauben, die sich allerdings dann zu einem noch brauchbaren Wein ausbauen lassen. |
1985 | 7 | Recht strenger Winter mit zum Teil erheblichen Schäden in den Rebanlagen. Spätes Frühjahr führt zu später Blüte. Die kleine Erntemenge wird trotz des nicht besonders guten Sommerwetters sehr reif und führt letztlich zu einem sehr guten Jahrgang. |
1986 | 6 | Nochmals trifft die Rebanlagen ein sehr strenger Winter, und es kommt zu weiteren Ausfällen. Bei gutem Frühsommerwetter blühen die Trauben zeitig, doch das wechselvolle Sommerwetter und der recht kalte und regenreiche September lassen nur eine gute Durchschnittsqualität heranreifen. Die Erntemenge ist absolut zufriedenstellend. |
1987 | 4 | Nochmals Wintermonate mit sehr grimmiger Kälte. Verspätetes Frühjahr. Blüte Ende Juni bisAnfang Juli. Wechselvoller, kühler Sommer, wunderschöner September und Oktober, der letztlich den Jahrgang doch noch rettet, die Qualität ist jedoch unter dem Durchschnitt. Enttäuschend auch die Erntemenge, die auch deutlich unter dem Durchschnitt liegt. |
1988 | 7 | Ein Winter mit nur wenigen Frosttagen, aber wiederholten Schneefällen. Der Rhein zeigt Mitte Januar noch +5º Celsius Wassertemperatur. Hochwasser Ende März. Mitte Juni blühen die Trauben, geraten dann aber in eine Periode regenreicher, kühler Witterung. Sommer haben wir nur von Mitte Juli bis Mitte August. Ende September beginnt bei wechselvollem, regenreichem Wetter die Lese mit befriedigendem Ergebnis. Gesunde Säure bescherte uns doch noch einen gut lagerfähigen Wein mit Zukunft. |
1989 | 9 | Der zweite Winter in Folge mit kaum Frosttagen geht in ein zeitiges Frühjahr mit einer Traubenblüte Mitte Juni über. Bei herrlichem Sommerwetter reifen die Trauben zu einem guten bis sehr guten Jahrgang heran. Das gesunde Lesegut befriedigte nicht nur in der Qualität, sondern auch von der Menge her. Seit 1976 (nach 13 Jahren!) konnten wir endlich wieder Trockenbeerenauslese ernten mit Mostgewichten zwischen 180º und 202º Oechsle. |
1990 | 8 | Nochmals ein zu milder Winter mit Hochwasser und heftigen Orkanböen im Februar und Anfang März. Die fast sommerlichen Temperaturen lassen in den guten Lagen die Trauben bereits Ende Mai blühen, doch ein kühler und verregneter Juni macht die Erwartungen auf ein ganz großes Jahr zunichte. Bei ruhigem Sommerwetter reifen die Trauben zu einer voll befriedigenden bis sehr guten Qualität, doch die Menge ist gering, da Juli und August zu wenig Niederschläge bringen. Gute Säurewerte bescherten uns herzhafte, kernige, sicher lange lagerfähige Weine. Der dritte hervorragende Jahrgang in Folge. |
1991 | 6 | Die lange Trockenheit von April bis Anfang September prägte den Jahrgang 1991. Hatte man mengenmäßig eine kleine Ernte erwartet, so füllte der späte Regen noch die Trauben, und damit vor allem bei den frühen Sorten die Fässer. Niedrige Säure, aber niedrigere pH-Werte lassen die Jungweine "sauer" (kerniger) erscheinen als man vom Gesamtsäuregehalt erwarten darf. |
1992 | 9 | Ideale Vegetation vom kalten Winter durch einen kühlen Frühling voller Feuchtigkeit in einen herrlichen Sommer mit Hitze bis zu 39º Celsius im Schatten, und dennoch Landregen, wie ihn die Reben zwischenein brauchen - alle 4 Wochen - gehen über in einen lauen, schönen, frühen Herbst. So reiften Menge und Qualität des 1992ers heran. Trockenbeerenauslesen im Oppenheimer Herrenberg und Oppenheimer Sackträger mit bis zu 228º Oechsle. Viele große Spät- und Auslesen. |
1993 | 9 | Ein milder Winter mit erhöhten Temperaturen im März und April. Eine schnelle, ideale Blüte ab Ende Mai brachte uns einen Vegetationsvorsprung gegenüber dem Jahresdurchschnitt von 20 Tagen. Danach machte die lang anhaltende Trockenperiode den Reben schwer zu schaffen und verhinderte Rekorderträge. Auch der Dauerregen im September (117 l/qm), das Dreifache eines normalen Jahres, konnte das nicht mehr ändern. Doch die durchweg kleinbeerigen Trauben mit wenig Saftausbeute und hohen Mostgewichten brachten uns große, reintönige Weine mit viel innerer Reife. - Unser Spätburgunder brachte nach der 50%igen Ausdünnung im Juli 100º Oechsle, und die kleine Testanlage Cabernet Sauvignon im 2. Jahr brachte 88º Oechsle. |
1994 | 6 | Ein milder Winter mit viel Niederschlägen im Januar und Februar. Ende Mai/Anfang Juni wieder eine kühle, feuchte Periode. Dann doch die Blüte von Mitte Juni bis Anfang Juli. Danach hatten wir große Hitze mit Trockenschäden im "Rotliegenden" in Nierstein. Im September folgte wieder eine Regenperiode. Pünktlich zum Lesebeginn bekamen wir ideales Herbstwetter. In Nierstein konnten wir vorwiegend Q.b.A. und Kabinettweine lesen, während wir in Oppenheim reife Spät- und Auslesen ernten durften. Bei Silvaner und Gewürztraminer bis 104º Oechsle und 108º Oechsle. |
1995 | 4 | Das Jahr bescherte uns wieder einen milden Winter mit überdurchschnittlichen Regenmengen, vor allem im ersten Quartal.Aufgrund der relativ hohen Temperaturen bis einschließlich April wäre ein früher Austrieb zu erwarten gewesen, jedoch verhinderte der wassergetränkte Boden eine rasche Erwärmung. Frostschäden im Mai und eine verspätete Blüte mit Hagelschäden im August dezimierten die Erntemenge. Der Juli war sehr heiß. Am 24. August begann eine 6-wöchige regnerische, kühle Witterungsperiode. Es gab Fäulnis wie selten zuvor, ein Jahr der Botrytis, und ein problematischer Jahrgang für den Kellermeister. 40% weniger Ertrag als in normalen Jahren. Ein "neidischer" Herbst. |
1996 | 7 | Das Jahr begann kühl und trocken, bis in das Frühjahr hinein. Die Rebblüte begann Mitte Juni und zog sich 3 Wochen hin. Auch danach blieb das Wetter wechselhaft und unbeständig. In den ersten 10 Monaten des Jahres hatten wir ein Wasserversorgungsdefizit von 100 mm. Es hätten 470 mm Regen fallen müssen, und es waren nur 73 mm. Der insgesamt nicht sehr warme, trockene Sommer bremste die Rebentwicklung, vor allem die kühlen Nächte im Juni, Juli und August. Doch der Regen Mitte September und Anfang Oktober kam gerade noch rechtzeitig, und insbesondere die Sonne im Oktober. (122 Stunden. Der Mittelwert liegt bei 97 Stunden) sorgten für den erhofften Qualitätsschub. Die Trauben waren gesund, und wir konnten den Lesebeginn hinausschieben und den Verlauf noch verzögern. Von der Menge her was es wieder ein "neidischer" Herbst, aber die Mostgewichte lagen im Kabinett- bzw. Spätlesebereich. |
1997 | 7 | Ein kalter und trockener Winter bis -18º Celsius. Drei heiße Sommermonate mit zu wenig Niederschlag verhinderten, daß wir ganz große Spitzenweine ernten konnten. Da die schweren Böden in Oppenheim (Löß, sandiger Lehm und Gehängelehm) das Wasser besser speichern können, waren die Mostgewichte bis zu 15º Oechsle höher als die Niersteiner Moste von den durchlässigen Böden. (Schieferton, Sandstein, toniger Lehm). Die Vorklärung der Moste wurde wie früher durch Absitzenlassen (Sedimentation) über 12-16 Stunden erreicht, also auf den Separator wurde verzichtet. "Gezügelt" wurde bei 15º Celsius kalt vergoren. Durch abklingende Gärung konnte natürliche Restsüße bewahrt werden. Mit selektiven Hefen war es möglich duftigere, würzigere Weine zu bereiten. |
1998 | 6,5 | Die niedrigste Temperatur war am 28. Januar. Da konnten wir endlich unseren 1997er Eiswein ernten, mit 160º Oechsle. Ein nassen und kühles Frühjahr sorgte für eine "verzettelte" Blüte über fünf lange Wochen. Von Mitte Juli bis weit in den August herrschten hohe Temperaturen bis zu 40º Celsius. Die Sonne schien bis zu 13 Stunden am Tag. Die Folge war ein Phänomen: Die Trauben hatten Sonnenbrand. Der über das Jahr benötigte Regen kam nun im September: 103 mm, (langjähriges Mittel 45 mm) und im Oktober: 150 mm (langjähriges Mittel 41 mm). Trotzdem konnten wir gute, sortentypische Rivaner, Silvaner und das erste Mal Weiss- und Grauburgunder ernten. Mehr als die Hälfte der Ernte brachte uns harmonische Rieslinge auch im Spätlesebereich. Als krönenden Abschluß konnten wir schon am 23. November einen Eiswein, 1.000 Liter, mit 176º Oechsle ernten. |
1999 | 7,5 | Ein guter Austrieb und fast ideale Witterungsbedingungen schufen die Grundlage für einen hervorragenden Jahrgang. Trotz "knappem" Anschnitt und Ausdünnen Anfang August wurden die Fässer noch übervoll. Doch das wechselhafte Wetter Ende September, allein am 30.09. fielen 9,4 mm Niederschlag, schadeten vor allen Dingen dem Müller-Thurgau. Den Oktober zeichneten moderate Niederschläge von 36 mm aus. (Durchschnittswert 40 mm). Davon fielen 15,3 mm allein am 31. Oktober, also fast die Hälfte. So brachten uns die spätreifenden Sorten hervorragende Qualitäten, pikante Kabinettweine, große Spät- und Auslesen, bis zur Scheurebe Trockenbeerenauslese. Den 99er Silvaner Eiswein aus dem Herrenberg durften wir erst am 26. Januar 2000 bei minus 11º Celsius ernten. 250 Liter Most mit 172º Oechsle!!! |
2000 | 6 | Den trockenen und nicht kalten Monaten Januar und Februar folgte ein warmer März. Mit 7,7º C lag der Monat März 2º über dem langjährigen Mittelwert, aber er brachte uns auch 72 mm Niederschlag. Der Durchschnitt ist 32 mm. Die sommerliche Witterung im April und genügend Regen brachte einen Vegetationsvorsprung von 2-3 Wochen. Warm und feucht war der Mai, 15,6º Celsius Durchschnittstemperatur und 55 mm Niederschlag. Trocken und sonnig zeigte sich der Juni. Am 20. Juni wurden 33º Celsius gemessen. 42 mm Niederschlag. Der Mittelwert beträgt 63 mm. Aber 267 Sonnenscheinstunden standen einem Mittelwert von 210 Stunden gegenüber. Der Juli war der kälteste Juli seit den Wetteraufzeichnungen der LLVA (Landes Lehr- und Versuchsanstalt in Oppenheim) 1946. Durchschnittstemperatur 15,8º Celsius, langjähriger Mittelwert 20º C. Kleine Weinjahre wie 1980 und 1954 waren ähnlich unterkühlt. Regen aber gab es genug. 124 mm, der langjährige Mittelwert ist 54 mm. Trotzdem gab es 197 Sonnenscheinstunden. Der Mittelwert beträgt 208 Stunden. Schwierig war es, in diesen Wochen trockene Tage für die Schädlingsbekämpfung zu finden, vor allem wegen der nassen Böden. Im Juli und August wurde in den Riesling-, Spätburgunder- und Cabernetanlagen 25-50 % der Trauben ausgedünnt zur Qualitätssteigerung und um die Stöcke zu entlasten. Der August zeigte sich wettermäßig wieder im Normalbereich: 280 Sonnenscheinstunden, langjähriges Mittel 196 Stunden. Der September war für uns nicht der Reifemonat, der er normalerweise ist. 157 Sonnenscheinstunden, langjähriges Mittel 149 Stunden. 14,7º C Durchschnittstemperatur, langjähriges Mittel 15,3º C, aber 60 mm Niederschlag, langjähriges Mittel 45 mm. Die großen Regenmengen in den letzten drei Monaten ließ das Lesegut merklich faul werden, allen voran der Müller-Thurgau, bald darauf auch die spätreifenden Sorten. Selbst die bestens ausgeführte Schädlingsbekämpfung in den wichtigen Vegetationsmonaten, es wurde achtmal gespritzt, konnte die schnell fortschreitende Fäulnis nicht verhindern. Trotz aller Schwierigkeiten konnten wir 95% des Lesegutes als Prädikatsmoste ernten, die zu ansprechenden Kabinettweinen, Spät- und Auslesen herangereift sind. |
2001 | 6,5 | Winter zu mild, Frühling spät und viel zu heiß, Sommer gut bis 150 l Regen / qm im Juli, dem dreifachen des langjährigen Durchschnitts, was zu weiteren Regenfällen völlig unpassend im Reifemonat September und schlimmer im Erntemonat Oktober führte. Ein trockener Herbst hätte uns große Trockenbeerenauslesen und gesunden Eiswein beschert. – Leider verloren an den Regen. Qualitätsübersicht: 16 % Q.b.A. – 28 % Kabinett – 44 % Spätlese – 12 % Auslese – 1 ‰ Beerenauslese – 0 Eiswein und keine TBA. Die Mengen sind, auch durch starkes Ausdünnen, sehr gering – nur 4.500 l/ha bei Louis Guntrum gegenüber dem gesetzlichen Limit für Q.b.A. von 11.000 l/ha, und 18.000 l/ha der Realität – mit entsprechend großen Problemen. Bei uns sind die Weine fehlerfrei, ohne die im Gebiet verbreitete Fäulnisbelastung bis zur flüchtigen Säure – Essig. Ausdünnen (Grüne Lese) von über 30 % minderte den Ertrag deutlich zu den Vorjahren. |
2002 | 8 | Eine reine Freude bei uns an der Rhein-Terrasse in Rheinhessen. Nach perfektem Wachstumsverlauf vom Frühjahr durch den guten Sommer, mit den richtigen Niederschlägen und nicht quälenden Schädlingen außer späten Pernospera-Infektionen, ernteten wir Müller-Thurgau, Weißburgunder, Scheurebe, knackige Silvaner und überreifen Grauburgunder bei Mostgewichten zwischen 85° und 100° Oechsle. Es folgte Kerner mit einer großen Spätlese um 100° Oe, ebenso der Gewürztraminer. Trauben wie gemalt. Drei Chargen Spätburgunder sind im Haus, auch mit 90° Oe – herrlich, gesunde und saftige Trauben, und nur minimale Chaptalisation. Die großen Rieslinge ernteten wir ab 21. Oktober – feine Auslesen waren das Resultat – sowie schließlich den Cabernet Sauvignon. Gekrönt wurde der Jahrgang mit der Eisweinernte bei minus 12° Celsius am 11. Dezember. - Reichlich hat sich die Natur in diesem Jahr an uns verschenkt, und das bei zauberhaftem Lesewetter, und auch mengenmäßig, jedenfalls normale bis zum Teil größere Mengen einbringen lassen. |
2003 | 10 | Der Jahrgang 2003 setzte an der Rhein-Terrasse mit höchsten Temperaturen, entsprechend vielen Sonnenscheinstunden und geringen Niederschlägen neue Maßstäbe. Der Austrieb der Reben verlief zeitlich normal. Der Blütebeginn lag in den ersten Junitagen, also 2 Wochen früher als normal. Ein zeitlicher Vorsprung, der sich im Laufe der Vegetation noch vergrößern sollte. Die Fachhochschule Geisenheim hat 1.140 Sonnenscheinstunden allein im ersten Halbjahr 2003 ermittelt. Als durchschnittlicher Normwert gelten für diesen Zeitraum 840 Stunden. Dagegen hatten wir bis Ende November 2003 nur 312 mm Niederschlag, d.h. fast 40 %weniger (183 mm) als im langjährigen Durchschnitt (31.12.2003 = 314 mm). Das Sprichwort "Kleiner Rhein, großer Wein" traf im wahrsten Sinne des Wortes zu, die Wasserstände waren ähnlich niedrig wie im großen Weinjahrgang 1947. Über mehrere Monate konnte man Seitenarme des Rheins trockenen Fußes durchqueren. Wir erlebten den heißesten August seit 1946 mit 23,9°C (normaler Ø 19,3°C). Erstklassige, gepflegte Weinberge mit guter Humusversorgung trotzten dem Trockenstreß. Die Schädlingsbekämpfung verlief problemlos. Die Mostgewichte der Trauben lagen mindestens im Spätlese-Bereich, aber nach langen Jahren können wir auch wieder von Trockenbeerenauslesen berichten. Besonders bei den trockenen Weinen wird der Jahrgang von sehr gehaltvollen, wuchtigen Weinen geprägt sein. Bei Mosten mit außergewöhnlich niedrigen Säurewerten gestattete das Weinbauministerium erstmalig den Zusatz von Weinsäure – eine in anderen Ländern vielfach geübte Praxis. Mindererträge von 15-20 % sind zu konstatieren. |
2004 | 8 | Die Sonne hat es auch im vergangenen Jahr 2004 gut mit Rheinhessen gemeint.1996 Stunden schien sie, der langjährige Mittelwert liegt bei 1557 Stunden. Damit war sie 439,5 Stunden länger im Einsatz, als die langjährigen Wetteraufzeichnungen für unsere Region im Jahresdurchschnitt ausweisen. Die Sonne ging mit sehr geringen Niederschlägen einher, die mit nur 456 ml 16 % unter dem langjährigen Durchschnitt lagen und nur wenig über dem Dürrerekord des Jahres 2003 mit 314 ml. Insgesamt regnete und schneite es in 2004 an 153 Tagen. Die durchschnittliche Temperatur lag im vergangenen Jahr bei 10,6 Grad Celsius. Die Jahreshöchsttemperatur betrug 33 Grad Celsius am 5. August, richtig frostig wurde es kurz vor Weihnachten am 21.12.2004 mit minus 7 Grad Celsius tagsüber – dem Tag unserer Eisweinlese! /SPAN> Dank des ausgeglichenen Wetters und eines bilderbuchartigen Altweibersommers haben wir vom 4. Oktober bis 6. November hervorragende Qualitäten und ein sehr gesundes Lesegut geerntet. Die Mostgewichte lagen durchweg im Auslesebereich mit über 90 Grad Öchsle, was annähernd den Vorjahreswerten entspricht. Da die Säurewerte jedoch deutlich höher liegen, wird 2004 eher ein klassischer, haltbarer Jahrgang werden als 2003. Spannend wurde es noch einmal am 21.12.2004, als wir bei klirrenden minus 10°C unseren Silvaner Eiswein gelesen haben – mit 168°Oe ein großes Geschenk der Natur!
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2005 | 8,5 | Hervorragende Qualitäten bei geringen Erträgen. Von frostigen minus 11,8°C (am 1. März) zum wärmsten Tag am 28. Juli mit 34,7°C. So könnte man vereinfacht den Jahrgang 2005 beschreiben. Eine frühe aber etwas zögerliche Blüte. (12. Juni – 22. Juni). Der Reifebeginn lag verhältnismäßig früh (letzte Juliwoche). Um den 10. September führten Regenfälle zu stärkerem Botrytisbefall, aber durch die darauf folgende trockene Periode wurden die Mostgewichte durch Edelfäule angehoben. Besondere Vorteile brachte die Entblätterung in der Traubenzone. So brachte uns der Jahrgang von fruchtigen Kabinettweinen bis zu edlen Trockenbeerenauslesen hervorragende Qualitäten. Den krönenden Abschluß bildete ein Silvaner Eiswein, gelesen am 14. Januar 2006.
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2006 | 8 | Normaler Blütenverlauf Ende Juni, Hitze in Juli, Nässe im August und Regen Anfang Oktober. Trotzdem hatten wir allen Grund mit der Qualität des Jahrgangs zufrieden zu sein. Die zeitaufwändige und kostenintensive Handarbeit (Ausdünnen und Entblättern in der Traubenzone), die wir den Reben angedeihen ließen, machte sich „bezahlt“. Die selektive Handlese war gefragt, nicht die übliche Maschinenlese. (schwerer Lehmboden in Oppenheim). Die Lese begann am 26. September und endete schon am 18. Oktober. Es war eine der schnellsten Ernten und wurde in unserer Region als „Turbo-Herbst“ bezeichnet. Der 2006er brachte uns bei geringer Erntemenge gehaltvolle, kräftige und aromatische Weine mit harmonischen Säurewerten zwischen 7 und 8 ‰.
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2007 | 9 | Der Sommer 2007 fand teilweise bereits im Frühjahr statt. Einem milden, schneearmen Winter folgte ein heißer April. Ein früher Austrieb, dementsprechend war der Blütebeginn früh. – Der Riesling blühte am 26. Mai, der Jahresdurchschnitt liegt beim 16. Juni!! Ein durchwachsener Sommer, teilweise kühl und naß, aber Tage mit 35°-38°C folgten. Doch die Traubengesundheit war positiv. Am 10. September, rund drei Wochen früher als in den vergangenen Jahren, hat Weingut Louis Guntrum mit der Lese begonnen. Diese zog sich bis zum 19. Oktober hin, da die sonnigen Oktobertage die gesunden Trauben noch weiter reifen ließen. Ein guter Jahrgang mit Weinen mit viel Frucht, harmonischen Säurewerten, Qualitäten vom Kabinett bis zu großen Auslesen mit viel Potential (langlebig).
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2008 | 7 | Ein ertragstarker Jahrgang mit mittleren bis guten Mostgewichten, bei gleichzeitig prägnanter Säure, vom QbA bis zur reifen Auslese. Eine günstige Blüte (ab Anfang Juni), ein früher Reifebeginn und ein guter Traubenbehang waren bezeichnend für den Jahrgang. Die Traubenqualität musste erarbeitet werden: zweimal Entblättern in der Traubenzone, und das Ausdünnen waren unbedingt nötig. Das Sommerwetter war günstig, gut verteilte Niederschläge und keine Hitzeperioden. Die auftretenden Oidium- und Botrytisprobleme hatten wir gut im Griff. Die Lese begann am 11. September und erstreckte sich bis zum 4. Oktober. Nach dezenter Säureharmonisierung zeigen die Weine viel Frucht und reife Aromen. Wir sind dankbar für einen guten Jahrgang.
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