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Weingut Louis Guntrum - Weintradition seit 1648 -



Ein Rundgang durch unsere Weinberge – vom Rebschnitt bis zur Ernte


Jeder Jahrgang beginnt mit dem Rebschnitt. Hier werden bereits entscheidende Grundlagen gelegt für die spätere Weinqualität. Der Rebschnitt erfolgt im Januar und Februar. Dabei verbleibt vom gesamten Holz des Vorjahres eine Rute mit 8-10 Augen am Stock. Ein zu geringer Anschnitt birgt die Gefahr einer zu geringen Stockbelastung. Daraus resultieren mastiges Triebwachstum und eine erhöhte Verrieselungsanfälligkeit. Wenn der Ertrag einigermaßen absehbar ist, wird man ohnehin einen Teil der dann erbsengroßen Trauben etwa Anfang August ausdünnen müssen. Mit diesen Grundlagen streben wir einen langfristigen Durchschnittsertrag von etwa 6.000 l/ha an. Zudem erhalten wir durch diesen Anschnitt ein ideales Blatt-Frucht-Verhältnis. Dies sorgt für zuverlässige und qualitativ hochwertige Versorgung der einzelnen Trauben durch Assimilation der Blätter. Mit einer Zeilenbreite von ca. 2m und Stockabständen von 80-100cm erreichen wir so gesunde, schlanke, hohe Rebanlagen, die gut belüftet und belichtet die Grundlagen legen für eine hochwertige Traubenerzeugung.

 

Bei der Bodenbearbeitung sind die Begrünung und die Düngung zu beachten und zu koordinieren. Eine gezielte, kurz gehaltene Begrünung in jeder zweiten Zeile mit kurzwurzeligen Gräsern bringt große Vorteile für die Befahrbarkeit, die Durchführung anstehender Arbeiten wie Pflanzenschutz, Laubarbeiten und schließlich die Ernte mit dem Vollernter. Zudem sorgt eine Begrünung durch regelmäßiges mähen für Humusnachschub. In die "offene" Zeile, die das Jahr über durch Fräsen saubergehalten wird, werden etwa Ende August tiefwurzelnde Gräser wie Ölrettich und Winterraps eingesät. Diese Wintereinsaat wird im März umgebrochen und wieder in die Böden eingearbeitet. Durch eine gewissenhafte Beobachtung der Rebanlage lassen sich erfolgreiche Maßnahmen ergreifen, die die Nährstoffversorgung verbessern, die Mineralisation anregen und die Wuchskraft der Reben wieder optimieren.

 

Die Rebe als Langzeitkultur (etwa 30 Jahre Standzeit) verlangt ein besonderes Augenmerk bei der Bodenpflege und Düngung. Dabei sind sowohl eine Über- als auch eine Unterversorgung zu verhindern. Alle 3 Jahre führen wir daher in allen unseren Weinbergen Bodenuntersuchungen durch um so den geringstmöglichen Düngungsbedarf zu ermitteln. Unser Ziel ist es, dem Boden möglichst genau die Mineralien zurückzugeben, die die Rebe ihm im Laufe der Vegetationsperiode entnommen hat. Eine Erhaltensdüngung am unteren Rand des natürlichen Gleichgewichts ist für eine Langzeitkultur, die noch dazu seit Generationen in unserer Region angebaut wird, elementar wichtig.

 

Bei der Schädlingsbekämpfung beschränken wir uns auf das unbedingt Notwendige zum Schutz der Trauben. Dies hängt von Temperatur, Niederschlägen und Vegetationsverlauf ab. Auf Pflanzenschutz zu verzichten oder ihn zu vernachlässigen kann zu katastrophalen Verlusten führen. Naturnah und umweltschonend ist hier unsere Devise – zum Wohl der Natur und des Genusses in der Flasche. Wir beteiligen uns am Programm "Kontrolliert umweltschonender Weinbau". Dies ist eine Selbstverpflichtung der Winzer, bei der Bodenbearbeitung und der Schädlingsbekämpfung möglichst schonend und langfristig zu arbeiten und die verwendeten Mittel jeweils in der geringstmöglichen Dosis anzuwenden.  Die Bewirtschaftung nach den KUW Richtlinien (Kontrolliert Umweltschonender Weinbau) ermöglicht es, unter weitgehender Schonung des Naturhaushaltes mit einem wirtschaftlich vertretbaren Mehraufwand qualitativ hochwertiges Lesegut zu erzeugen. Die Laubwand ziehen wir heute höher als noch vor ein paar Jahren, um möglichst viel sonnenbestrahlte Blattmasse zu erhalten. Besonnung und gute Durchlüftung in der Laubwand sind wesentliche Voraussetzungen für gesunde und hochreife Trauben.

 

Die Lese und Verarbeitung des Lesegutes stand in den letzten 3 Jahrzehnten unter den Maximen rationell, schnell und kostengünstig mit wenig Personal. Die schonende Behandlung der Trauben kam dabei jedoch häufig zu kurz. Die Ernte 2004 werden wir erstmals in kleine 800-kg-Bütten lesen um die Trauben auf dem Weg in unser Weingut möglichst intakt und unverletzt zu belassen. Außerdem werden wir die maschinelle Lese zugunsten der Handlese für Spitzenqualitäten reduzieren. In den maschinell zu erntenden Weinbergen werden wir vorher per Hand eine "negative Auslese" vornehmen und dabei Trauben, die wir von der Erntemaschine nicht geerntet haben wollen, entfernen.

 

So kommen viele, kleine Mosaiksteine zusammen in dem Bestreben, hochwertiges und gesundes Lesegut zu erzeugen als Grundlage für außergewöhnliche Weine.


Wenn Ihnen diese Ausführungen zu fachspezifisch und teilweise unverständlich waren, schreiben Sie uns bitte eine E-Mail mit Ihren Fragen.






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