
Im 19. Jahrhundert führte die Reblaus im gesamten europäischen Weinbau zu katastrophalen Verwüstungen. Eingeschleppt aus Nordamerika nach Frankreich etwa 1860, breitete sie sich mit rasender Geschwindigkeit über ganz Europa aus und vernichtete große Teile der europäischen Rebfläche. Die damals verwendeten wurzelechten Reben, sogenannte Edelreiser, hatten dem Schädling nichts entgegenzusetzen. Seitdem werden Pfropfreben verwendet, deren amerikanische Unterlagsrebe reblaustolerant ist. Auf diese Unterlagsrebe wird die Edelrebe (Vitis Vinifera) aufgepfropft. Lange Zeit galt die Reblaus, zumindest in Deutschland, als ausgestorben. Aber bereits Mitte der 1990er Jahre waren im Rheingau von insgesamt 3.000 ha Rebfläche ca. 300 ha Rebfläche wieder reblausverseucht. In ganz Rheinland-Pfalz ist in den vergangenen Jahren ein erhöhter und steigender Reblausbefall festgestellt worden. Daher ist die Pflanzung von wurzelechten Reben mit Wirkung zum 1. August 2006 wieder verboten worden, um ein weiteres Ausbreiten der Reblaus zu verhindern. | |